Ziele

" ... dass die Jugend nicht verantwortlich ist für das, was damals geschah, aber sie ist verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird anfällig für neue Ansteckungsgefahren"

(Richard von Weizsäcker in seiner Rede vom 18. Mai 1985

"Auschwitz mahnt uns nachzudenken, wie geschehen konnte, was geschehen ist, damit nicht dieses oder ähnliches erneut geschehen kann. An Auschwitz führt kein Weg vorbei!"

(Rita Süssmuth: An Auschwitz führt kein Weg vorbei. In: Bujak u.a.: Auschwitz-Birkenau u. Freiburg 1989, S. 58)

Zunehmend sympathisieren eine wachsende Anzahl von jungen Menschen mit rechtsradikalem Gedankengut oder bekennen sich durch ihr äußeres Erscheinungsbild und ihr Auftreten offen dazu. Heime der Erziehungshilfe sind Spiegelbilder dieser gesellschaftlichen Wirklichkeit. Der Umgang mit rechtsradikalen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bzw. mit jungen Menschen, die mit sog. 'rechtem Gedankengut' sympathisieren und der Umgang mit physischer, psychischer und struktureller Gewalt ist heute Alltag im 'Geschäft' der Heimerziehung. Viele der jungen Menschen wollen provozieren, argumentieren aus Unwissenheit heraus, können und wollen aus der jüngsten Geschichte unseres Landes nichts lernen, weil sie ihre eigene (Lebens-)Geschichte als abstoßend, negativ und bisher wenig förderlich erfahren haben.

Das Projekt 'Für die Zukunft lernen', das gemeinsam vom Christophorus-Jugendwerk Oberrimsingen mit der Katholischen Fachhochschule Freiburg entwickelt wurde, ist ein Versuch, den Jugendlichen Antworten auf viele ihrer Fragen zu geben.

Jedes Jahr fahren Jugendliche - nicht nur aus dem Christophorus-Jugendwerk - mit interessierten Erwachsenen zwei Wochen nach Auschwitz, um sich dort durch Arbeiten, die der Erhaltung der Gedenkstätte dienen, durch Gespräche mit Zeitzeugen und durch Führungen durch die Gedenkstätte mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Diese Form der Auseinandersetzung mit Auschwitz weicht ab von den üblichen Gedenkstättenbesuchen. Wir sind der Auffassung, dass sich die Authentizität der Gedenkstätte Auschwitz nicht durch einen Besuch allein erschließt, sie muss vielmehr sinnlich erfahren werden, um ein Informationsbedürfnis erzeugen zu können. Insbesondere die Erhaltungsarbeiten in Auschwitz lassen ein aktives Erfahren der Authentizität des Ortes zu, sie vermeiden ein Verharren im Zustand emotionaler Betroffenheit, sie bieten die Möglichkeit eines persönlichen Engagements.

"Das Projekt 'Für die Zukunft lernen' ist ein mutiges und beispielhaftes Unternehmen, der Gleichgütigkeit, der Gewalt und der neuen Rechten etwas entgegenzusetzen. Die Aufarbeitung des deutschen Faschismus im Schulunterricht und in Seminaren, die Konfrontation mit Zeitzeugen, Opfern der Naziherrschaft, sowie die praktische Arbeit in Auschwitz-Birkenau sind ein sinnvoller pädagogischer Ansatz, ein kleines Alltagsbeispiel, das 'Schule machen kann', um Gewalt vorzubeugen und aufzuklären. Zudem trägt das Projekt dazu bei, dass ehemalige Konzentrationslager als Mahn- und Gedenkstätte erhalten bleiben".

(Wilfried Telkämper, ehem. MdEP - Vorstizender des Beirates)

Bericht der Südwestdeutschen Zeitung vom 15.1.2000 über die Auszeichnung des Vereins

 

zur Satzung des Vereins


Letzte Änderung: 22. Januar 2009