Mannheimer ist seit vielen Jahren im Beirat des Vereins aktiv. Seit zwei Jahrzehnten ist der 85-Jährige in der ganzen Bundesrepublik unterwegs, um vor allem vor jungen Menschen über die Zeit des Nationalsozialismus und die Vernichtung der europäischen Juden zu berichten.
Bei der anschließenden Mitgliederversammlung gab der Vereinsvorsitzende Werner Nickolai die Übernahme der Schirmherrschaft der Stadt Breisach für die Begegnung von Jugendlichen aus der Münsterstadt am Rhein und dem polnischen Oswiecim (Auschwitz) bekannt. Sie ist durch Vermittlung des Vereins im letzten Jahr begonnen worden und soll in Zukunft intensiviert werden.
Um einen regelmäßigen Jugendaustausch offiziell zu vereinbaren, wird zu Pfingsten eine kleine Breisacher Delegation nach Oswiecim fahren. Nickolai zeigte sich erfreut darüber, dass der Beigeordnete der Stadt Breisach, Oliver Rein, in der Zusage der Schirmherrschaft auch eine Verpflichtung der Stadt für die finanzielle Unterstützung des Jugendaustausches sieht. Im Frühjahr 2004 hatte der Verein wieder einer Gruppe von Jugendlichen eine Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz ermöglicht. Über die Reise wurde eine Dokumentation erstellt, die auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse erhielt, der Mitglied des Beirats im Verein „Für die Zukunft lernen“ ist. Er hat in einem Brief an den Vereinsvorstand direkt auf die Dokumentation Bezug genommen und dazu ermutigt, in der Arbeit mit jungen Menschen nicht nachzulassen und sie mit Projektdokumentationen auch öffentlich zu machen.
Ende Mai wird Erinnerungsprojekt in Oswiecim fortgesetzt
„Sie zeigen, wie junge Leute, die keine persönlichen Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust haben, mit authentischen Orten und mit Zeitzeugen umgehen“, schrieb der Bundestagspräsident und betonte die Wichtigkeit, „dass wir darüber nachdenken müssen, wie die Erinnerungsarbeit in den nächsten Jahren insbesondere mit der jungen Generation aussehen soll.“ Vom 18. bis 27. Mai fahren Vereinsmitglieder erneut mit einer Jugendgruppe aus dem Breisgau nach Oswiecim, um dort das Erinnerungsprojekt fortzusetzen.
Das Projekt „Für die Zukunft lernen“ wird an der Katholischen Fachhochschule Freiburg auch als Kompaktseminar angeboten, das in Auschwitz stattfinden wird. Studierende können dabei Grundfähigkeiten der sozialen Arbeit mit Jugendlichen erwerben und vertiefen. Dieses Projekt des Vereins hat das baden-württembergische Wissenschaftsministerium mit der Verleihung des Landeslehrpreises an seinen Vorsitzenden, Professor Werner Nickolai, gewürdigt.
In der Mitgliederversammlung betonte Nickolai, dass diese Auszeichnung für alle gilt, die das Projekt mitgestaltet und ermöglicht haben. Dabei nannte er vor allem die Mitarbeiter des Christophorus-Jugendwerks, die an der inhaltlichen Entwicklung beteiligt waren, und hob dessen Mitarbeiterin Margit Mai hervor, die auch im Vereinsvorstand seit vielen Jahren aktiv ist.
„Man darf sie nie vergessen – Die jüngsten Opfer von Auschwitz“ heißt das Buchprojekt der KZ-Gedenkstätte Auschwitz, für das der Verein die Finanzierung übernommen hat. Dessen erster Band, der ausschließlich aus Spenden finanziert wurde, ist bereits erschienen. Für die Herausgabe des zweiten Bandes haben im Jahr 2004 überwiegend Breisacher Unternehmen 5000 Euro gespendet, sodass mit der Fortsetzung der Dokumentation, deren Gesamtkosten sich auf 40000 Euro belaufen, begonnen werden kann.
Jürgen Klinsmann, Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Mitglied des Beirats des Vereins „Für die Zukunft lernen“ hat auch im vergangenen Jahr wieder die Jugendmannschaften des Auschwitzer Fußballvereins Unia Oswiecim durch Trikotspenden unterstützt.
Nickolai dankte der Katholischen Fachhochschule Freiburg und dem Christophorus-Jugendwerk für die organisatorische Unterstützung, ohne die eine breite Vereinsarbeit nicht möglich wäre. Die Verbundenheit mit der Hochschule wird durch die einstimmige Wahl ihres Rektors Christoph Steinebach in den Vereinsbeirat noch enger geknüpft. Bei den abschließenden Vorstandswahlen wurden der Vorsitzende, sein Stellvertreter Norbert Scheiwe und die Kassiererin Margit Mai in ihren Ämtern bestätigt. Gerd Müller wurde als Schriftführer neu in den Vorstand gewählt.